Warum treten Hämorrhoiden nach der Geburt so häufig auf?
Hämorrhoiden gehören zu den häufigsten Beschwerden nach der Geburt. Etwa jede zweite Frau entwickelt nach einer natürlichen Entbindung vergrößerte Hämorrhoiden. Die Hauptgründe dafür sind:
-
Starker Druck im Beckenbereich während der Schwangerschaft und Geburt
-
Presswehen, die die Hämorrhoidalpolster überdehnen
-
Verlangsamte Verdauung durch hormonelle Veränderungen
-
Eingeschränkte Bewegung im Wochenbett
Diese Faktoren führen dazu, dass sich die venösen Gefäßpolster im Analkanal erweitern, anschwellen und schmerzhafte Beschwerden verursachen können.
Welche Rolle spielen Presswehen bei der Entstehung von Hämorrhoiden?
Während der Presswehen lastet enormer Druck auf den Gefäßen des Beckenbodens und dem Analkanal. Dieser Druck kann dazu führen, dass sich die Hämorrhoidalpolster nach außen vorwölben und vergrößern. Besonders betroffen sind Frauen, die:
-
eine lange Austreibungsphase hatten
-
während der Geburt stark pressen mussten
-
bereits vor der Schwangerschaft mit Hämorrhoiden zu kämpfen hatten
Hämorrhoiden nach der Geburt treten häufiger bei Frauen auf, die Mehrlinge gebären oder bereits mehrere Geburten hinter sich haben.
Gehen Hämorrhoiden nach der Geburt von selbst wieder weg?
In vielen Fällen bilden sich leichte Hämorrhoiden innerhalb weniger Wochen nach der Geburt von selbst zurück. Entscheidend ist, dass die Durchblutung wieder normal funktioniert und der Druck auf die Gefäße abnimmt.
Die Rückbildungschancen hängen vom Schweregrad ab:
Hämorrhoiden-Grad |
Verlauf nach der Geburt |
Leichte Schwellungen (Grad 1) |
Bilden sich oft innerhalb weniger Wochen zurück |
Mäßig vergrößerte Hämorrhoiden (Grad 2) |
Können länger bestehen, aber oft mit Hausmitteln behandelbar |
Stärkere Hämorrhoiden (Grad 3-4) |
Heilen selten von selbst und benötigen oft medizinische Behandlung |
Wie können frischgebackene Mütter Hämorrhoiden behandeln?
Die Behandlung von postnatalen Hämorrhoiden hängt von den Beschwerden ab. Die wichtigsten Maßnahmen umfassen:
Sanfte Hygiene: Nach dem Stuhlgang nur mit warmem Wasser reinigen und weiches Toilettenpapier oder Feuchttücher ohne Alkohol oder Parfüm verwenden.
Ballaststoffreiche Ernährung: Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und ausreichend Flüssigkeit verhindern Verstopfung.
Sitzbäder: Lauwarme Sitzbäder mit entzündungshemmenden Zusätzen wie Kamille oder Eichenrinde können Linderung verschaffen.
Salben & Zäpfchen: CANNEFF® Zäpfchen sind eine pflanzliche Option zur Beruhigung gereizter Hämorrhoiden. Sie enthalten beruhigende Wirkstoffe, die speziell für empfindliche Haut geeignet sind. Beachten Sie allerdings, dass das CANNEFF® Zäpfchen nicht bei stillenden Müttern empfohlen wird.
Beckenbodentraining: Sanfte Übungen fördern die Durchblutung und helfen der Rückbildung.
Welche Hausmittel helfen bei postnatalen Hämorrhoiden?
Viele Mütter bevorzugen natürliche Hausmittel zur Behandlung von Hämorrhoiden. Folgende Mittel haben sich als hilfreich erwiesen:
Hausmittel |
Wirkung |
Kalte Kompressen |
Reduziert Schwellungen und lindert Schmerzen |
Aloe Vera Gel |
Wirkt beruhigend und entzündungshemmend |
Hamamelis-Tinktur |
Hilft gegen Juckreiz und leichte Blutungen |
Kokosöl |
Wirkt antibakteriell und unterstützt die Heilung |
Kamillentee-Kompressen |
Reduzieren Entzündungen und beruhigen die Haut |
Sind Sitzbäder nach der Geburt empfehlenswert?
Ja, Sitzbäder sind eine der effektivsten Methoden, um Hämorrhoiden-Beschwerden nach der Geburt zu lindern. Sie entspannen die Muskulatur, fördern die Durchblutung und wirken entzündungshemmend.
Empfohlene Zusätze für Sitzbäder:
-
Kamille
-
Eichenrinde
-
Totes-Meer-Salz
Ein Sitzbad sollte etwa 10 bis 15 Minuten dauern und ein- bis zweimal täglich angewendet werden.
Kann Stillen die Heilung von Hämorrhoiden beeinflussen?
Das Stillen selbst hat keinen direkten Einfluss auf Hämorrhoiden, aber die hormonellen Veränderungen während des Stillens können die Verdauung beeinflussen. Viele Frauen leiden während der Stillzeit unter leichter Verstopfung, was wiederum Hämorrhoiden verschlimmern kann.
Tipps zur Förderung einer gesunden Verdauung während der Stillzeit:
-
Täglich mindestens 2 Liter Wasser trinken
-
Ballaststoffreiche Ernährung einhalten
-
Leichte Bewegung in den Alltag integrieren
Welche Übungen helfen nach der Geburt gegen Hämorrhoiden?
Sanfte Bewegung und gezielte Beckenbodenübungen sind ideal, um die Durchblutung zu fördern und Hämorrhoiden-Beschwerden zu lindern.
Effektive Übungen:
-
Beckenbodenübungen (z. B. Kegel-Training)
-
Sanfte Yoga-Übungen
-
Spazierengehen
Schwere körperliche Belastungen oder intensives Bauchmuskeltraining sollten in den ersten Wochen nach der Geburt vermieden werden, um zusätzlichen Druck auf den Beckenboden zu verhindern.
Wann sollte man nach der Geburt mit Hämorrhoiden zum Arzt gehen?
Ein Arztbesuch ist notwendig, wenn:
-
Hämorrhoiden trotz Hausmitteln nicht zurückgehen
-
Ein dauerhafter Vorfall der Hämorrhoiden vorliegt (Grad 3-4)
-
Anzeichen einer Infektion (Rötung, Eiterbildung) bestehen
Die meisten Hämorrhoiden können konservativ behandelt werden, aber in schweren Fällen kann eine medizinische Verödung oder eine Operation erforderlich sein.
Gibt es spezielle Salben für Mütter mit Hämorrhoiden?
Ja, es gibt spezielle Salben, die während der Stillzeit verwendet werden können. Diese enthalten oft entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkstoffe.
Empfohlene Salben für stillende Mütter:
-
Hamamelis-Salben, die Juckreiz und Entzündungen reduzieren
-
Salben mit Aloe Vera oder Panthenol für sanfte Pflege
Salben mit Kortison sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden. Hämorrhoiden nach der Geburt sind ein häufiges, aber behandelbares Problem. In vielen Fällen bilden sie sich von selbst zurück, jedoch können Hausmittel, Salben und Sitzbäder die Heilung beschleunigen. Stillende Mütter sollten auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten und sanfte Übungen zur Unterstützung der Heilung durchführen. Bei starken Beschwerden oder anhaltenden Symptomen ist ein Arztbesuch ratsam.