Proktitis Ursache

Die vielfältigen Ursachen von Proktitis werden in diesem Blogpost genauer erläutert. Hier geben wir Ihnen einen Überlick zu den häufigsten Ursachen von Proktitis, von entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, über sexuell übertragene Infektionen durch Analverkehr bis hin zur Strahlentherapie als Ursache für Proktitis. Für die Behandlung von Proktitis spielt die Feststellung der Ursache durch eine zeitnahe Diagnose der Proktitis eine entscheidende Rolle.

Autor

Dr. med. univ. Lukas Heschl

Inhaltsverzeichnis

Wie bekommt man Proktitis? Welche Risikofaktoren bestehen?

Grundsätzlich ist bei Personen, die häufig rezeptiven Analverkehr oder Geschlechtsverkehr mit wechselnden Personen haben, das Risiko, an einer Proktitis zu erkranken, stark erhöht.

Was sind die Ursachen einer Proktitis?

Für eine Proktitis kommt eine Vielzahl an Ursachen infrage. Zu den häufigsten Ursachen von Proktitis finden Sie hier einen detaillierten Überblick.

Wie bekommt man Proktitis? Welche Risikofaktoren bestehen?

Die meisten Fälle von Proktitis sind auf ungeschützten, rezeptiven Analverkehr und damit sexuell übertragbare Erreger wie Chlamydien und Gonokokken zurückzuführen. Grundsätzlich ist bei Personen, die häufig Analverkehr oder Geschlechtsverkehr mit wechselnden Personen haben, das Risiko, an einer Proktitis zu erkranken, stark erhöht. Auch Personen nach immunsuppressiver Therapie oder mit Immunstörung besitzen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Proktitis.

Durch das Einführen von Gegenständen in den After oder durch Geschlechtsverkehr ist es möglich, dass die Darmwand einreißt. Diese Läsionen an der Mukosa, sogenannte Analfissuren, dh. Verletzungen der Schleimhaut des Afters können ebenfalls unter Umständen eine Proktitis verursachen.

Die steigenden Zahlen der infektiöser Proktitis im Rahmen einer sexuell übertragbaren Erkrankung in der Allgemeinbevölkerung gilt als alarmierend, wobei die Gruppen an Menschen mit rezeptivem Analverkehr als besonders gefährdet gelten. Darüber hinaus erscheinen ein junges Alter, ein häufiger Partnerwechsel, eine Geschlechtskrankheit in der Anamnese, Auslandsbesuche in Ländern mit erhöhter Anzahl an Geschlechtskrankheiten oder auch Alkohol- bzw. Drogenmissbrauch als Risikofaktoren an Proktitis zu erkranken. 

Proktitis behandeln

Was sind die Ursachen einer Proktitis?

Für eine Proktitis kommt eine Vielzahl an Ursachen infrage. Zu den häufigsten Ursachen von Proktitis finden Sie hier einen detaillierten Überblick.

Infektionen als Ursache für Proktitis

Grundsätzlich kann bei einer Infektion als Ursache für Proktitis zwischen viralen und bakteriellen Erregern unterschieden werden. Die Infektiöse Proktitis wird oft durch ungeschützten Analverkehr und damit übertragbaren Erregern, oder auch Verletzungen der Schleimhaut des Afters ausgelöst. Proktitis kann auch durch eine sexuell übertragbare Infektion (wie z. B. Gonorrhoe, Syphilis, eine Infektion mit Chlamydia trachomatis, Herpes-simplex-Virus-Infektion oder Affenpocken-Infektion) entstehen, vor allem bei Menschen, die rezeptiv Analverkehr praktizieren. Betroffen sein können unter anderem Patienten auch nach Transplantation, mit HIV-Infektion, rheumatischer Erkrankung, oder auch chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (CED) sowie Tumorerkrankung. Infektiöse Proktitiden sind in der Häufigkeit auch im Deutschsprachigen Raum stark zunehmend und sollten schnell erkannt und behandelt werden. Die Behandlung sollte – vor allem bei sexuell übertragbaren Krankheiten – auch den Partner einschließen.

Proktitis kann auch durch einige Bakterien verursacht werden, die nicht sexuell übertragen werden, z. B. Salmonellen, oder durch die Anwendung eines Antibiotikums, das die normalen Darmbakterien zerstört, sodass andere Bakterien an deren Stelle wachsen können. Personen nach immunsuppressiver Therapie oder mit Immunstörung besitzen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Proktitis, vor allem bei Infektionen mit dem Herpes-simplex-Virus.

Mechanische bedingte Proktitis

Es kann durch das Einführen von Gegenständen und Fremdkörpern (Vibtratoren)  in den After oder beim Geschlechtsverkehr die Darmwand einreißen und damit zu Läsionen an der Mukosa im Rektalkanal führen. Derartige Analfissuren sind Verletzungen der Schleimhaut des Afters und können ebenfalls unter Umständen eine Proktitis verursachen.  Lesen Sie hier mehr zur Behandlung von Proktitis mit Zäpfchen.

Chronisch-Entzündliche Darmerkrankungen als Ursache für Proktitis

Proktitis kann die Folge von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sein. So können Enddarmentzündungen im Rahmen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, so zum Beispiel bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, eine Ursache von Proktitis sein. 

Strahlentherapie als Ursache für Proktitis

Auch eine Strahlentherapie etwa bei Krebs oder eine andere Strahlenexposition kommt als Ursache einer Proktitis infrage, da die Schleimhaut des Afters aufgrund der Strahlentherapie stark gereizt wird. Dies ist häufig die Folge der Strahlenbehandlung von Prostata- und Mastdarm-Karzinomen. Die Strahlenproktitis, auch genannt Radiogene Proktopathie, gilt als chronische Erkrankung, die Lebensqualität und gesundheitliche Betreuung von Patienten erheblich beeinflusst. Die Radiogene Proktitis oder Proktopathie ist somit eine Veränderung der Enddarmschleimhaut als Komplikation nach Strahlentherapie bei bösartigen Tumoren im Bereich des kleinen Beckens. Abhängig vom Zeitpunkt des Auftretens der Proktitis nach der Strahlenbelastung lassen sich Veränderungen gesunden Gewebes in akute (bis 3 Monate) und späte Veränderungen (nach Monaten oder Jahren mit eventuellen Langzeitverläufen) einteilen, wobei in der medizinischen Literatur auch eine Überlappung beschrieben wird. Zu den rektalen Veränderungen bei Strahlenproktitis ist die initiale Entzündung, Ödeme, Schleimhautatrophie oder auch sich verschlechternde Analfisteln zu nennen. Die Symptome der Strahlenproktitis reichen von Stuhlinkontinenz, Entleerungsproblemen, Durchfall bis zu krampfartigen Schmerzen, Schleimausfluss und Blutungen. Lesen Sie hier mehr zu den Symptomen von Proktitis oder zu der Behandlung von Proktitis mit Zäpfchen.

Toxisch oder medikamentös bedingte oder allergische Proktitis

Toxische oder allergische Reaktionen können durch Medikamente (etwa Antibiotika), rektale Behandlungen (Salben oder Schäume), Abführmittel (beispielsweise Rizinusöl), Kondome, Gleitmittel oder auch Feuchttücher verursacht werden. Die Therapie einer derartigen Proktitis besteht in der symptomatischen Behandlung und vor allem der Identifikation und dem Weglassen des auslösenden Allergens. Bei dieser Art der Proktitis gelingt die Diagnose über die Anamnese deutlich schneller als durch eine histologische Untersuchung oder Stuhlkultur. Lesen Sie hier mehr über die Symptome und Diagnose von Proktitis.

Stress als Ursache für Proktitis

Stress kann ebenso einen immensen Einfluss auf die Darmgesundheit haben. Somit gelten ferner auch traumatische Ereignisse und auch psychischer Stress ebenso als mögliche Ursache einer Proktitis. Auch Stress als Ursache von Proktitis sollte im psychosomatischen Zusammenspiel im Rahmen der Diagnose von Proktitis berücksichtigt werden. 

Ischämische Proktitis

Eine Ischämische Proktitis kann durch eine Mangeldurchblutung jeglicher Ursache entstehen. Diese Ischämie, also die Verminderung der Durchblutung, kann zur Entzündung am Anorektum führen. Als Ursache für die Verminderung der Durchblutung kommen Myokardinfarkte, Thrombosen oder auch Gefäßerkrankungen oder post-operative Veränderungen der Durchblutung in Frage. Wenn die Symptomatik der Ischämischen Proktitis erst spät und chronisch als Folge auftritt, kann der zeitliche Zusammenhang die Diagnose erschweren. Die Symptome einer ischämischen Proktitis reichen von Schmerzen, Durchfällen und Schleimabgängen bis zu stärkeren Blutungen. Lesen Sie hier mehr über die Symptome und Diagnose von Proktitis

Hämorrhoiden als Ursache für Proktitis

Zudem kann eine Proktitis auch durch Hämorrhoiden ausgelöst werden. Obwohl Hämorrhoiden und Proktitis sich unterscheiden, können sie in manchen Fällen ähnliche Symptome verursachen oder miteinander in Verbindung stehen. Proktitis, insbesondere bei entzündlichen Darmerkrankungen, kann bereits vorhandene Hämorrhoiden verschlimmern. Umgekehrt können entzündete Hämorrhoiden weitere Entzündungsherde im Rektum begünstigen. Nicht jede Person mit Hämorrhoiden hat auch gleichzeitig eine Proktitis, aber es ist möglich, dass beide Krankheiten zur selben Zeit auftreten oder sich gegenseitig beeinflussen.

Die Proktitis muss immer nach ihrer Ursache unterschieden werden, um eine adäquate und rasche Behandlung erreichen zu können. Die Therapie und Behandlung von Proktitis ist somit klar abhängig von der auslösenden Ursache. Symptomatisch können entzündungshemmende Zäpfchen jedoch unabhängig der Ursache zu Linderung verhelfen. Lesen Sie hier mehr zur Behandlung von Proktitis mit Zäpfchen.
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Dr. med. univ. Lukas Heschl

Facharzt für Allgemeinmedizin

Dr. med. univ. Lukas Heschl ist Allgemeinmediziner. Nach Abschluss des Studiums der Humanmedizin im Jahr 2013, ist Dr. med.univ. Lukas Heschl bereits seit 2017 als praktizierender Allgemeinmediziner um das Wohl seiner PatientInnen bemüht. 2019 wurde er Partner in der Landarztpraxis in Oed, Niederösterreich. Als erste Ansprechperson für alle medizinischen Anliegen zählt Dr. med.univ. Lukas Heschl auf innovative Behandlungsmethoden, wie CANNEFF Medizinprodukte gegen Entzündungen und zur Verbesserung der Schleimhautregeneration im Intimbereich.